
Workout-Tracker-App: kostenlos, ohne Werbung, ohne Abo — Test 2026
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Drei Probleme bei den meisten Workout-Tracker-Apps in 2026: aggressive Werbung zwischen den Sätzen, In-App-Käufe für Funktionen die früher kostenlos waren, und Daten-Verkauf an Fitness-Werbenetzwerke. Wer nur seine Sätze und Wiederholungen tracken will, ohne dass jemand dabei zuguckt, der landet überraschend schnell bei einer Handvoll Kandidaten. Hier ist der ehrliche Vergleich von vier Apps, die sich "kostenlos" nennen, plus ein Geheim-Tipp den kaum jemand auf dem Schirm hat.
Test-Kriterien: was eine Tracker-App 2026 leisten muss
Damit eine App in diesen Test kommt, muss sie folgende Kriterien erfüllen: kostenloses Tracking von Sätzen und Wiederholungen ohne Workout-Limit, keine erzwungenen Werbeunterbrechungen während der Session, die Möglichkeit Daten zu exportieren (CSV oder JSON), und EU-Hosting oder zumindest DSGVO-konforme Datenverarbeitung. Bonus-Punkte für Programme/Templates und Messwert-Verlauf (Körpergewicht, Maximum-Lifts, Körpermaße).
| App | Free-Tier-Limit | Werbung | Abo-Preis | Hosting |
|---|---|---|---|---|
| JEFIT | Workouts unlimited | Banner + Video | 12,99 $/Mo | USA |
| Strong | 3 Routinen | keine | 4,99 $/Mo | USA |
| Hevy | unlimited (mit Social-Feed) | keine | 5,99 €/Mo (Pro) | EU/USA gemischt |
| TrainerProfi | 1 Klient = unlimited | keine | (kein Abo) | EU (Hetzner Falkenstein) |
JEFIT, größte Übungs-Bibliothek, aber Werbung killt den Flow
JEFIT ist seit 2010 am Markt und hat die mit Abstand größte Übungs-Datenbank: über 1.300 Übungen mit Animationen, Filter nach Muskelgruppe und Equipment, und tausende User-Workouts zum Importieren. Wer nicht weiß, wie eine bulgarische Split-Squat aussieht, findet hier die Lösung in 10 Sekunden.

Der Haken: Die Free-Version zeigt zwischen den Sätzen Werbe-Banner und nach jedem Workout ein Vollbild-Video. Mitten in der Session, wenn du eigentlich Pause-Timer und Last für den nächsten Satz parat haben willst, blendet die App ein 30-Sekunden-Spot ein. Pro-Account kostet 12,99 $/Monat oder 69 $/Jahr, heftig für eine Tracker-App.
JEFIT, wann sinnvoll
- Du willst eine breite Übungs-Datenbank zum Stöbern
- Du brauchst Animationen für Form-Check
- Du bist bereit, für werbefreie Version zu zahlen
Strong, clean, aber Free-Tier ist faktisch ein Probemonat
Strong ist die ästhetisch sauberste Tracker-App im Vergleich. Keine Werbung, klare UI, schnelles Loggen während der Session. Die Free-Version erlaubt dir aber nur drei aktive Routinen, wer einen Push-Pull-Legs-Plan über sechs Tage fährt, ist sofort am Limit. Strong+ kostet 4,99 $/Monat oder 29,99 $/Jahr.

Wer langfristig damit trainiert, zahlt also rund 30 $/Jahr für etwas, das technisch eine simple Datenbank ist. Strong macht das gut, aber "kostenlos" ist es im Alltag nicht.
Hevy, Social-Feed mit Tracker-Kern
Hevy ist Strong-ähnlich im Look, aber mit einem Twist: Das Free-Tier ist großzügiger (unlimited Routinen, unlimited History), dafür ist die Standard-Ansicht ein Social-Feed wo deine Trainings-Sessions öffentlich sind, sofern du es nicht aktiv abschaltest. Der Pro-Account (5,99 €/Mo) bringt dir vor allem Statistik-Tiefe und Custom-Übungen ohne Limit.
Wer den Social-Aspekt mag, Trainings-Crew online sehen, Likes auf neue PRs, kommt mit Hevy gut. Wer reinen Tracker will und kein Bock auf Public-Feed hat, ist hier am falschen Ort.
TrainerProfi, der Geheim-Tipp aus der Personal-Trainer-Ecke
Hier wird's interessant. TrainerProfi ist eigentlich gar keine Workout-Tracker-App im klassischen Sinn, es ist eine Software für Personal Trainer, die ihre Klienten betreuen. Programme erstellen, Sessions zuweisen, Sätze und Wiederholungen protokollieren, Messwerte tracken, mit Klienten kommunizieren. Der Free-Tier ist auf einen einzigen Klienten limitiert.
Klingt erstmal nutzlos für Solo-Trainer? Genau das Gegenteil. Du legst dich selbst als deinen einen Klienten an, und nutzt eine Software, die für seriöse Trainings-Steuerung gebaut wurde, nicht für ein Werbe-Geschäftsmodell. Im Free-Tier sind enthalten:
- Programme: Mehrwöchige Trainingspläne mit Periodisierung. Nicht nur Workout-Templates, sondern strukturierte Programme mit Wochen-Logik.
- Sessions + Protokolle: Workout-Sessions mit echtem Set-by-Set-Tracking. Gewicht, Wiederholungen, RPE, Notizen pro Satz.
- Workout-Builder: Eigene Workouts aus Übungs-Bausteinen zusammenklicken. Speichern, wiederverwenden, in Programme einbauen.
- Messwerte mit Sparkline-Verlauf: Körpergewicht, Maximum-Lifts, Körpermaße, alles mit Verlaufs-Graph. Sieht professioneller aus als die meisten Free-Tracker.
- Klienten-Portal mit Magic-Link: Dein "Klient" (also du selbst) kann sich über einen Magic-Link einloggen und Sessions protokollieren, ohne separates Passwort-Management.
Warum "eigentlich für Trainer" ein Vorteil ist
Das Geschäftsmodell von TrainerProfi ist Personal Trainer mit mehreren Klienten, die zahlen, sobald sie über das 1-Klient-Limit kommen. Das heißt: Es gibt keinen Grund, Solo-Trainer mit Werbung oder In-App-Käufen zu nerven. Du bist nicht das Produkt, du bist auch nicht der Kunde, du bist gewissermaßen eine Test-Persona im Free-Tier. Das ist eine extrem entspannte Position.
Konkret bedeutet das: Keine Push-Notifications für Pro-Upgrades. Keine Werbe-Banner. Keine Funktions-Verkrüppelung im Free-Tier (die Trainer-Version hat exakt die gleiche UI mit mehr Klienten-Slots). Daten-Export funktioniert, EU-Hosting ist gegeben, DSGVO-Konformität ist Geschäftsvoraussetzung, sonst würden keine Trainer dafür zahlen.

Walkthrough: so registrierst du dich solo
Auf trainerprofi.de Account anlegen, als Trainer. Im Onboarding wirst du gefragt, deinen ersten Klienten anzulegen. Das bist du selbst: Vorname, Nachname, deine eigene E-Mail-Adresse als Klienten-E-Mail. Magic-Link wird verschickt, du klickst rein, hast jetzt zwei Sichten: Trainer-Dashboard (wo du Programme baust) und Klienten-Portal (wo du Sessions absolvierst und protokollierst).
Workout-Builder öffnen, dein Programm aus dem 12-Wochen-Plan eintippen, Squat, Bench, Deadlift, Schulterdrücken, Klimmzüge, Rudern. Programm einem Klienten zuweisen (dir selbst). Im Klienten-Portal siehst du dann pro Session welche Übungen anstehen, klickst nach jedem Satz die Reps und Last ein, fertig.
Limits ehrlich angesagt
- 1 Klient = nur dich tracken. Trainings-Buddys oder Familie kannst du im Free-Tier nicht zusätzlich anlegen.
- Keine Gruppen-Workouts. Wer mit mehreren gleichzeitig im Homegym trainiert und alle Daten zentral haben will, nicht der richtige Use-Case.
- Kein soziales Netzwerk. Keine Public-Feed, keine Likes, kein Streak-Counter mit Gamification.
- Übungs-Datenbank kleiner als JEFIT. Standard-Übungen sind drin, Exoten musst du selbst anlegen.
Fazit: welche App für welchen Use-Case
| Wenn du willst ... | Empfehlung |
|---|---|
| Größte Übungs-Bibliothek | JEFIT (mit Werbung leben) |
| Schönste UI, bereit zu zahlen | Strong (4,99 $/Mo) |
| Social-Feed mit Trainings-Crew | Hevy (Privacy-Settings checken) |
| Maximale Substanz, null Bullshit | TrainerProfi (Solo-Modus) |
Daten-Verkauf: das versteckte Geschäftsmodell
"Kostenlos" heißt bei den meisten US-Tracker-Apps: Du zahlst mit Daten. Workout-Tracker erheben besonders sensible Daten, Trainings-Frequenz, Körpergewicht, Maximum-Lifts, oft kombiniert mit Schritten und Schlaf-Werten. Diese Daten werden in Werbenetzwerke wie Facebook, Google und Affiliate-Plattformen ausgeliefert.
Die meisten Apps verstecken das in der Privacy-Policy unter "third-party analytics" oder "advertising partners". JEFIT, Hevy und mehrere kleinere Apps sind in diesem Bereich aktiv. Strong und Strong+ sind etwas zurückhaltender, weil sie sich primär über das Abo finanzieren. TrainerProfi finanziert sich über Trainer-Pro-Lizenzen, Solo-User-Daten sind kein Geschäftsmodell.
FAQ: häufige Fragen zum Workout-Tracking
Brauche ich überhaupt eine App, oder reicht ein Notizbuch?
Notizbuch funktioniert. Vor allem für die ersten 4 bis 8 Wochen ist es nicht falsch. Nachteil: Statistik-Auswertung über Wochen wird mühsam, und Sparkline-Verläufe für Maximum-Lifts oder Körpergewicht musst du selbst zeichnen. Wer länger als 6 Monate trainiert, profitiert messbar von einer App mit Verlaufs-Visualisierung.
Kann ich meine Daten zwischen Apps migrieren?
Theoretisch ja, praktisch oft mühsam. Strong, Hevy und JEFIT haben CSV-Export im Pro-Tier. TrainerProfi exportiert Sessions und Messwerte als JSON oder CSV. Wer wechseln will, sollte vor dem Wechsel sauber exportieren, und prüfen, ob das Ziel-Tool das Format einlesen kann oder du es manuell konvertieren musst.
Was ist mit Apple Watch und Wear OS?
Strong, Hevy und JEFIT haben Smartwatch-Apps für die Pause-Timer und schnelles Set-Logging am Handgelenk. TrainerProfi ist primär Web-basiert, läuft aber auf Mobile-Browsern (PWA-fähig). Wer ohne Smartphone aus der Tasche tracken will, ist mit den Mobile-Apps besser bedient.
Was kostet TrainerProfi auf lange Sicht?
Im Free-Tier mit einem Klienten: nichts. Punkt. Das Geschäftsmodell sind Personal Trainer ab 2 Klienten, ab da gibt es Pro-Stufen. Solo-Trainer fallen außerhalb dieses Modells und sind dauerhaft kostenlos.
Was im Test nicht drin war (und warum)
FitNotes (Android-only, sehr puristisch, wer kein iOS hat und Strong-Style ohne Abo will, kann sich das ansehen) und Liftin' (kostenpflichtig nach Trial) wurden nicht aufgenommen, weil entweder Plattform-limitiert oder ohne echten Free-Tier. Apple Health und Google Fit sind reine Aktivitäts-Tracker, kein Set-by-Set-Logging. Excel-Spreadsheets sind eine valide Option, aber nicht Gegenstand einer App-Review.
Wer den Test in 6 Monaten wiederholt, die Landschaft ändert sich schnell. Apps werden gekauft, Abo-Modelle ändern sich, Free-Tier werden beschnitten. Stand 2026 sieht's so aus, in 2027 kann das Bild anders sein.
Eine letzte Sache zur Realismus-Frage: Tracking ist nicht der Trainings-Erfolg selbst, Tracking ist das Werkzeug, das dir den Trainings-Erfolg sichtbar macht. Wer drei Monate konsequent trainiert und nichts trackt, hat trotzdem Fortschritt gemacht. Wer drei Monate trackt und nichts trainiert, hat schöne leere Tabellen. Werkzeug-Wahl entscheidet nicht über Ergebnisse, Konsistenz im Training tut das. Die App soll dir nur den Weg dahin angenehmer und nachvollziehbarer machen.
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Veröffentlicht durch die Gym4Home-Redaktion. Veröffentlicht am 4. Mai 2026.
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